Johannes-Gutenberg-Universität Mainz
 


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Europa: Transformationen, Herausforderungen und Konzeptionen in Literaturen

Susan Arndt





Ich arbeite im Rahmen postkolonialer Theorie- und Methodendiskussionen und bewege mich im Rahmen einer weißen Weißseinsforschung. Derzeit arbeite ich an der Fertigstellung meiner Habilitationsschrift zu Konzeptionen von Weißsein in Literaturen aus und über Afrika. Das Nachfolgeprojekt (Arbeitsziel: Monographie) beschäftigt sich mit Europakonzeptionen in Literaturen aus Afrika und der afrikanischen Diaspora.


In meiner Präsentation im Rahmen des Arbeitstreffens von BEST möchte ich ausgehend von einer wissenschaftskritischen Auseinandersetzung mit der kolonialistischen Prägung der weißen Afrika-Literaturwissenschaft, in der ich akademisch verortet bin, Ansätze der Kritischen Weißseinsforschung mit denen des Kritischen Okzidentalismus methodisch verbinden. Zunächst einmal ist Europa als Konzept und Metapher zu diskutieren und aus postkolonialer Perspektive zu resituieren. Ausgehend von Konzepten der "Europäisierung der Erde" und "der Provinzialisierung Europas" ist Europa in globalen Zusammenhängen zu verorten und wird die wechselseitige Konstitution und Reflexion zwischen Europa und Afrika reflektiert. Dabei ist nicht nur die tradierte Europaforschung kritisch zu hinterfragen, die Europa explizit oder implizit als weiß imaginiert und die Schwarze Präsenz in Europa negiert. Es gilt aufzuzeigen, dass und wie die Präsenz von Schwarzen und Schwarzen Diasporas Formationsprozesse in Europa geprägt hat. Dabei wird auf die Brüchigkeit gängiger Konzepte von Nation und Identität sowie Dichotomien (etwa von Afrika und Europa) verwiesen, wobei es diese zu resituieren gilt.

In einem zweiten Schritt sollen ausgewählte Werke von Schriftstellern und Schriftstellerinnen aus Afrika und der afrikanischen Diasporas aus einer komparatistisch angelegten literatur- und kulturwissenschaftlichen Perpektive analysiert werden. Zum einen sind inhaltliche und poetische Universalien und Grenzüberschreitungen einer globalisierten Literatur jenseits tradierter Konzepte von Nationalliteratur vs. Migrantenliteratur herauszuarbeiten, die letztlich zu neuen poetischen Formen und Konzepten führen. Zum anderen besteht das Anliegen darin, Konzeptionen von Europa, die in Literaturen aus Afrika sowie afrikanischen Diasporas in Europa anzutreffen sind, zu analysieren. Dabei gilt es sowohl Parallelen und Überschneidungen als auch Spektren, Wandlungen und Differenzierungen, die beim Blick auf Europa zur Anwendung gelangen, zu identifizieren, kontextualisieren und klassifizieren.

Zentral firmieren dabei drei Fragen:
Über welche Kategorien stellen sich Differenzen und Parallelen her? Von welchen Europa-Verständnissen gehen die Schriftsteller aus? Wie werden hier weiße Mythen demaskiert und subvertiert. Drittens sind schließlich diese
literarischen Präsentationen von Europa mit europäischen Mainstream-Konstruktionen (vor allem weißen politischen und theoretischen Entwürfen) zu vergleichen. Dabei möchte ich herausarbeiten, ob und wie Europakonzeptionen von Schriftstellern und Schriftstellerinnen aus Afrika und der afrikanischen Diaspora sich in weiße Mainstreamdiskurse eingeschrieben haben - und wie sich diese Schwarzen Rekonzeptualisierungen auch zu verschließen versuchen.

Denn es geht nicht darum, literarische Texte aus Afrika und der afrikanischen Diaspora als Referenztexte zu lesen, sondern als immanenten Teil eines hegemonial konstituierten europäischen Diskurses.

Ich denke, dieses Forschungsprojekt, würde sich gut in das dritte fünfte Workshopthema einfügen: Empirische Forschung: Subjekte und Objekte.

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